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Ironman 70.3 WM Nizza 2019

Am vergangenen Wochenende fand die Ironman 70.3 WM in Nizza statt und nach einer kurzen Übersicht über den Wettkampf von Remo, möchten wir natürlich auch gerne mehr Details zu diesem Highlight teilen. Hier der Bericht von Remo:

 

"Mit meiner Leistung bin ich insgesamt zufrieden.

 

Das Schwimmen war toll. Ich hatte zuerst einige Bedenken, da ich noch nie so im Meer geschwommen war. Nach den ersten paar Metern waren diese Bedenken jedoch verflogen oder besser gesagt verflossen... Ich habe mich noch nie so wohl gefühlt in einem Open Water Swim! Vermutlich lag es am Salzwasser. Ich hatte jedenfalls während den gesamten 1.9 km nie das Gefühl, dass ich müde Arme oder Beine hatte. Es war ein toller Start ins Rennen!

 

Der 1. Wechsel verlief dann auch sehr gut. Ich hatte keine Probleme mit dem Finden meines Velos in den über 5500 Stück... Auf dem Velo verliefen die ersten 10 km flach und man konnte auf den komplett abgesperrten Strassen so richtig Gas geben. Ab km 10 ging es dann bis zum Col de Vence nur noch bergauf. Am Anfang gab es einige knackige Steigungen, welche aber für mich kein Problem waren, denn solche Anstiege habe ich in den letzten Monaten ausreichend trainiert. Der eigentliche Aufstieg zur Passhöhe ist mit knapp 7% im Schnitt moderat und ein regelrechter Genuss zum Fahren.

 

Die technisch sehr anspruchsvolle Abfahrt erforderte eine grosse Portion Mut. Über ca. 30 km fügte sich eine Kurve an die andere. Da ich bergab mindestens so gerne fahre wie bergauf, bin ich ziemlich schnell voran gekommen  - bis ich bei ca. km 70 plötzlich nicht mehr pedalieren konnte. Mit Schrecken musste ich feststellen, dass nach einem Schaltvorgang die Kette blockierte! Nach ein paar hundert Meter rollen musste ich absteigen und ich dachte schon, dass das Rennen für mich gelaufen sei. Nach genauerem Hinschauen stellte ich dann fest, dass die Kette zwischen dem Rahmen und dem kleinsten Ritzel verklemmt war. Zum Glück konnte ich die Kette lösen und wieder auf die Ritzel setzen. Nach gefühlten 2 Minuten ging es zu meiner Erleichterung wieder weiter. Zurück in der Fläche konnte ich auf den letzten 10 km wieder richtig Gas geben und freute mich auf den bevorstehenden Lauf.

 

Auch in T2 verlief alles wie gewünscht und ich konnte mich ohne Probleme auf die Laufstecke begeben. Das Laufen begann sehr gut. Ich war planmässig mit der angestrebten Pace von 4.15 - 4.10 unterwegs, bis mich genau bei der km 4 Tafel wie vom Blitz getroffen, ein Krampf im linken Oberschenkel erfasste. Dieser zwang mich nach kurzem Gehen sogar zum Stehen bleiben. Ich versuchte kurz zu dehnen, was aber rein gar nichts nützte. Im Gegenteil, ich bekam noch einen neuen Krampf im Oberschenkel. Gefühlt bin ich wieder etwa 2 Minuten einfach da gestanden und dachte ein zweites Mal, dass es das jetzt war. Das wollte ich jedoch nicht wahr haben und bin dann einfach wieder gaaanz langsam losgelaufen. Der Krampf löste sich mehr und mehr. Ich war erstaunt, dass ich kurze Zeit sogar wieder bis auf eine 4.20er Pace beschleunigen konnte.

 

Aber schnell wurde ich langsamer und ich hoffte einfach nur noch, dass dieser Krampf nicht mehr kommt. Bis etwa km 14 ging es mit gut 4.30 pro km weiter. Mit jedem weiteren km wurde ich jedoch etwas langsamer und ich merkte auch, wie mich die Kräfte langsam verliessen.

 

Dementsprechend war ich dann ganz glücklich als ich auf den Magic Carpet einbiegen konnte und den Zielbogen immer näher kommen sah!

 

Eigentlich habe ich beim Laufen etwas mehr von mir erwartet, aber die anspruchsvolle Radstrecke hat vermutlich etwas mehr Kraft gekostet als ich gedacht hatte.... Alles in allem kann ich sehr zufrieden sein, es war ein super Erlebnis mit vielen tollen und emotionalen Momenten, welche ich mit Sicherheit mein Leben lang nicht mehr vergessen werde!"

 

Vielen Dank für den packenden Bericht und nochmals ganz herzliche Gratulation!


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